Landschafts-/ und Städtebau

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Von Bernd Schüßler - Grundgedanken zu einer Modellbahn


Man weiß, was man für einen Platz hat und was man darstellen will. Eine zweigleise Hauptbahn mit einem Durchgangsbahnhof, vielleicht auch eine oder gar zwei Nebenbahnen, es kann statt des Durchgangsbahnhofes auch ein Kopfbahnhof sein, ein Bahnbetriebswerk; diese Überlegungen sollte jeder zunächst einmal für sich abschließen und dabei auf keinen Fall die drei Hindernisse des Modellbahnens aus den Augen verlieren Zeit, Platz und Geld. In der Regel fehlt mindest Eines davon. Deshalb kann weniger häufig mehr sein und es bleibt noch genügend Platz und Geld übrig, um sich modellarisch mit Mitteln, die wir preiswert anderswo als im Modellbahnzubehörhandel finden, auszutoben. Und die Zeit lässt sich strecken, eine Modellbahn wird nie fertig ;-)


Der nachfolgenden Philosophie muss man natürlich nicht folgen. Andere Konzepte wie Tisch- oder Bodenbahn haben, solange sie Spaß und Freude bereiten ebenso ihre Berechtigung. Wer vollkommen neu anfängt zu bauen, sollte über die nachfogenden Aussagen vielleicht schon einmal nachdenken, was er letztlich davon umsetzt, ist seine eigene Sache.


Eine Modellbahn orientiert sich im Gegensatz zu einer Spielzeugeisenbahn an der Realität. Grundsätzlich geht es bei einer Modellbahn natürlich nicht ohne Kompromisse ab, insbesondere was die Maßstäblichkeit einer Strecke angeht.


Wie im wirklichen Leben fährt kein Zug irgendwo einen größeren oder kleineren Kreis. Ein Zug fährt grundsätzlich von A nach B und kommmt von dort auch wieder zurück.


Ein kleines Beispiel wie das auf eine Modellbahn übertragen werden kann. Wir haben bspw. eine Nebenbahn mit einem Endbahnhof. Die Strecke führt zu einem anderen Bahnhof wo Anschluss an eine Hauptbahn besteht. Der Nebenendbahnhof ist minimal so gestaltet, dass die Lok abkoppeln kann, über ein Ausweichgleis am abgekoppelten Zug, den Wagen, vorbeifährt und sich an das andere Zugende wieder ankoppelt, um mit dem Zug zurückzufahren.


Eine andere Alternative ist es, den Bahnhof als Durchgangsbahnhof zu gestalten um den Zug anschließend in einem Tunnel verschwinden zu lassen. Jetzt kommt das wesentliche. Der Zug fuhr weiter zu einem imaginären Ziel, von dem er logischerweise irgendwann zurückkommen muss. Im Inneren des Berges muss also eine Kehrschleife verborgen sein. Wenn ausreichend Platz vorhanden, kann der Zug ein Stockwerk tiefer zu einem Schattenbahnhof geführt werden. Aber selbst da sollte die Kehrschleife vorhanden sein, damit der Zug genau da wieder erscheint, wo er zuletzt verschwunden ist. Ist der Schattenbahnhof gross genug, kann es eine Weile dauern bis der Zug wieder kommt, da zunächst andere Züge losgeschickt werden.


Das gleiche Prinzip gilt für eine 2-gleisige Hauptstrecke. Züge fahren in Deutschland immer rechts. Auf dem rechten Gleis verschwindet der Zug, auf dem Linken kommt er zurück. Man nennt dieses Prinzip mit den Kehrschleifen auch Hundeknochen. Es ist quasi ein zusammengedrückter Kreis mit Kehrschleifen am Ende, die im verborgenen liegen.


Ein Berg zu durchfahren macht nur dann Sinn, wenn das Gelände kein Umfahren zulässt - wie in der Wirklichkeit. Demzufolge sollten Tunneldurchfahrten sinnvoll geplant werden. Den berühmten Fertigtunnel wird man in der Wirklichkeit kaum finden.


Das nächste Grundprinzip ist die offene Rahmenbauweise. Statt auf einer festen Platte, wird ein Holzrahmen erstellt. Die Oberkante des Holzrahmens ist die Ebene 0, auf der eventuell ein Schattenbahnhofs aufgebaut werden kann. Die eigentliche sichtbare Anlage liegt höher. Damit wird eine echte Trassenführung wie in Wirklichkeit möglich. Den Gestaltungsmöglichkeiten sind da keine Grenzen gesetzt, z.B. Bahndämme, Unterführungen, Brücken, Landschaftserhebungen und anderes. Das Gleis liegt wie in wirklichkeit niemals starr auf einer Ebene. Auch in der Wirklichkeit ist das Gelände zumindest hügelig. Der Bahnbau sucht sich den Mittelweg für die am wenigsten erforderlichen Kunstbauten (Brücken, Tunnel) erforderlich sind, die aber durchaus den Reiz einer Modellbahn ausmachen.


Wie ihr seht, es bleibt schwierig das richtige Mittelmaß zu finden. In den Fotoalben unserer Mitglieder gibt es aber genug Beispiele, wo die Umsetzung dieser Prinzipien gut gelungen ist.


Bernd Schüßler

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